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Begleithundeprüfung 2026 – wenn aus Herzklopfen Stolz wird!


Von links nach rechts: Dagmar mit Eddie, Diana mit Kai, Mary mit Rosi, Julia mit Brezel, Ute mit Fleur, Prüfungsleiterin Heidi Rogge, Richterin Maria Timmermann und Trainerin Lisa Benver – Fotos: H. Reimann

Nach mehr als vier Monaten Training war es am Samstag, dem 19. September, endlich so weit: Die Begleithundeprüfung stand vor der Tür. Fünf Dackel inklusive einer Hündin, die sich als Dackel identifiziert – kurz gesagt: Eine Hyäne mit Dackel-Ambitionen – waren zur Prüfung angetreten.

Trainiert wurde seit Frühling, jeden Sonntag unter der fachkundigen Anleitung von Trainerin Lisa Benver. Geübt wurde also reichlich, sogar in Lisas urlaubsbedingter Abwesenheit. Und trotzdem war da bei den Zweibeinern dieser kleine, hartnäckige Zweifel: Wird das heute wirklich alles so funktionieren, wie wir es trainiert haben?

Von links nach rechts: Elsa, Lisa, Lulu

Aufregung an beiden Enden der Leine

Schon vor dem offiziellen Beginn um 9 Uhr war die Gruppe fast vollständig versammelt. Die Hunde sollten noch eine Runde durch den Wald drehen, um ein bisschen nervöse Energie loszuwerden. „Entspannt“ war allerdings eine recht optimistische Einschätzung. Einige Vierbeiner nutzten die Gelegenheit zu einem kurzen Ausflug auf eigene Pfote. Für die Menschen begann damit die Prüfung bereits vor der Prüfung, inklusive erhöhtem Puls und der bangen Frage, wann die Ausreißer wohl wieder auftauchen würden. Zum Glück fanden schließlich alle Hunde den Weg zurück.

Währenddessen bauten die Helferinnen und Helfer am Rand des BHP-Platzes das kleine Prüfungs- und Versorgungslager auf: Tische, Stühle, Essen und allerlei weitere Utensilien wurden in den Wald transportiert.

Dann wurden die Unterlagen kontrolliert, die Chips ausgelesen und die Startnummern gezogen. Für die nötige Nervennahrung sorgte dabei eine eher ungewöhnliche Los-Trommel: umgedrehte Smoothie-Flaschen mit der jeweiligen Startnummer auf dem Deckel.

Mit Richterin Maria Timmermann und Prüfungsleiterin Heidi Rogge konnte die Prüfung schließlich beginnen: Der erste Teil war die BHP-1. Und damit kam gleich zu Anfang die erste Bewährungsprobe, das Ablegen. Die Hunde machten ihre Sache souverän. Die Zweibeiner ebenfalls – auch wenn man das Herzklopfen bisweilen eher ihnen als den Hunden angesehen haben dürfte.

Während der Prüfung war aus der Gruppe der Wartenden jedenfalls so manch aufgeregtes Gemurmel zu hören. Zum Glück mussten nur die Dackel bei der Übung ruhig sein.

Dann folgte der Teil „Führigkeit“ im Freilauf oder mit Leine. Die „Folgsamkeit“ wurde mit dem Rückruf mit oder ohne Stopp getestet, außerdem das „Verhalten bei Geräuschen“ und „gegenüber Menschen“. Die Hunde schüttelten auch diese Aufgaben aus ihrer Pfote.

Im Anschluss gab es erst einmal eine Frühstückspause. Belegte Brötchen, Kaffee, Tee und weitere Stärkungen standen bereit. Während sich alle versorgten, lagen die Hunde brav auf ihren Decken nebeneinander. Man hätte fast meinen können, die Gehorsamsprüfung sei einfach in die Pause verlängert worden.

Brezel, Eddie, Kai und Rosi

Eddie und Kai

Mary, Brezel, Julia, Eddie

Fährtenarbeit: Alle finden ihr Ziel

Als Nächstes ging es zur Führerinnensuche der BHP-2. Jedes Hund-Mensch- Team bekam seine eigene Fährte. Die Dackel inklusive Hyäne wussten sehr genau, worum es ging und setzten ihre Nasen erfolgreich ein. Alle Teams meisterten auch diese Aufgabe tadellos. Mit jeder bestandenen Aufgabe wurde die Stimmung entspannter.

Nach der Fährtenarbeit ging es für alle an die Straße zum Prüfungsteil „Verkehrssicherheit“. Warten an der Ampel, über die Straße gehen, ein klingelndes Fahrrad, ein Gespräch mit einer fremden Person und schließlich noch ein plötzlich neben dem Hund aufgespannter Regenschirm: Für die Berliner Großstadthunde ein „walk in the park“.

Und dann kam das Wasser

Für die Prüfung der BHP-3, der Wasserfreude, ging es anschließend an den See. Eddie nahm nach einem weiten Wurf als erster beherzt Kurs aufs Wasser und durchquerte den See mindestens bis zur Hälfte. Und während ihr Frauchen noch darüber sinnierte, ob das Wasser für Rosis Geschmack nicht vielleicht ein wenig zu kalt sein könnte, hatte die Rauhaar-Dackeldame ihre Entscheidung längst getroffen und war bereits rasant unterwegs in Richtung See.

Brezel und Fleur wiederum waren ebenso wenig der Meinung, dass man einen schönen Aufenthalt im Wasser unnötig früh beenden sollte. Und so durften die Hunde nach erfolgreichem Prüfungsteil eine kurze Pause einlegen.

Warten auf das Ergebnis

Danach ging es mit den noch etwas klammen Vierbeinern in Richtung Gasthaus, wo die letzte Prüfung des Tages – das Ablegen vor dem Gebäude – von allen erfolgreich absolviert wurde. Nachdem die Letzte ihren Vierbeiner ableinen durfte, kam die Geduldsprüfung für die Menschen: das Warten auf das Essen – und, viel wichtiger, das Warten auf die Prüfungsergebnisse.

Während die Gruppe zusammensaß, füllten die Prüferin, die Prüfungsleiterin und die Verstärkung aus dem Raben-Vorstand die Leistungsnachweise aus. Die Hunde waren inzwischen mindestens genauso geschafft wie ihre Menschen und hatten es sich bei ihren Zweibeinern bequem gemacht.

Brezel (und im Hintergrund die Punkteauszählung) – Dagmar, Diana, Gerhard, Lisa – Gerhard und Lisa mit Eddie – Lisa mit Eddie, Julia mit Brezel

Dann kam der Moment der Verkündung. Maria Timmermann sprach der Gruppe ein großes Lob aus – und ganz besonders unserer Trainerin Lisa Benver. Die Teams seien ausgesprochen gut vorbereitet gewesen; so gut vorbereitete Hund-Mensch-Teams habe sie bisher nur sehr selten erlebt.

Ein großes Dankeschön geht also an Lisa für all die Sonntage, an denen trainiert, wiederholt, verbessert und vermutlich gelegentlich auch geflucht wurde!

Bei der anschließenden Platzierung wurde es noch einmal spannend. Es gab gleich zwei Tagessieger: Eddie und Brezel erreichten jeweils 212 Punkte und teilten sich damit den ersten Platz. Danach folgten Fleur und Faye-Rosi. Die beiden Schwestern teilten sich ebenfalls den zweiten Platz. Kai folgte dicht dahinter – es fehlten nur die Punkte aus der Wasserfreude-Prüfung, die aus gesundheitlichen Gründen ausgelassen werden musste.

Und wer genau mitgezählt hat, wird feststellen: Einen vierten oder fünften Platz gab es also gar nicht. Denn gewonnen hat an diesem Tag letztlich die ganze Gruppe. Ganz besonders hervorheben möchten wir Eddie, der unser „Rudel“ ganz unverhofft mit Dagmar erweitert hat – und mit Charme, Disziplin und inzwischen ganz offensichtlich auch einer ordentlichen Portion Raben-Geist gezeigt hat, dass sie hervorragend zu uns passen.

Und irgendwann ging auch dieser besondere Tag zu Ende. Zu Hause dürfte bei dem einen oder anderen noch einmal die gesamte Prüfung im Kopf vorbeigezogen sein. Die Hunde hingegen hatten eine deutlich pragmatischere Art, den Tag zu verarbeiten:

Couch. Schlafen. Feierabend.

Wir freuen uns nun für Frieda mit Maya, die im kommenden Jahr zeigen dürfen, was sie in unserer Gruppe alles gelernt haben.

Aus einer Übungsstunde: Frieda mit Maya, Ute mit Fleur, Lulu Lisa und Elsa, Julia mit Brezel, Diana mit Kai, Mary mit Rosi und Dagmar mit Eddie

Und bis dahin gilt für die diesjährige BHP-Gruppe: Fünf Dackel inklusive Hyäne, zwei Tagessieger – und jede Menge Stolz an beiden Enden der Leine.

Bericht und Fotos: Holger Reimann


Fotos: Corinna G., Antje P., Petra W. – Video: M. Timmermann


Veröffentlicht in BHP