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Lottes Fahrradreisetagebuch 2022

Jetzt fragen Sie sich bestimmt, eine Fahrradreise mit einem Dackel? Das habe ich mich auch gefragt, aber meine Menschen haben darin Erfahrung und ich bin von Natur aus sehr neugierig. Also konnte die Reise losgehen. Alles was wir brauchten, waren 2 Fahrräder, gepackte Fahrradtaschen mit vielen Decken für mich, weil ich es gerne warm und weich habe. Und natürlich einen Korb, in dem ich es mir gemütlich machen kann, wenn mein Herrchen sich abstrampelt und ich mir den Fahrtwind um die Nase wedeln lasse.

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Tag 1

Für die Anreise nutzen wir unterstützend den Zug. Meine Menschen waren sehr aufgeregt, ob die Fahrstühle zu den Bahnsteigen funktionieren werden und ob es genug Platz im Zug für uns und die Fahrräder geben wird. Ich saß entspannt in meinem Körbchen und betrachtete die Welt von hier oben. Ab und zu prüfte ich, ob mein Frauchen noch da ist, denn ich reiste komfortabel am Fahrrad meines Herrchens. Im Zug bekam ich den besten Platz, genau zwischen meinen beiden Menschen.

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Das ist es, unser Zuhause für die nächsten 6 Tage, die Jugendherberge „Carl Bolle“. Eine Jugendherberge bestimmt deshalb, weil ich eine junge Hündin bin. Das haben sich meine Menschen gut überlegt. Dafür habe ich auch unser zeitweiliges Zuhause lautstark bewacht.

Tag 2

Man möge meinen, im Urlaub ausschlafen zu können, freundlicher Weise durfte ich wenigstens immer als Letzte aufstehen. Unsere Drahtesel waren schon gesattelt und losging die erste Radtour, heute über einen alten Bahntrassenweg. Was war das für ein Spaß! Meine Menschen schoben ihre Räder kilometerweit durch den Matsch und ich war zügellos in den sumpfigen Spurrillen, Pfützen und alles, was sonst noch den Weg säumte, schnüffelnd unterwegs.

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Tag 3

Dieser Tag wurde ein Stadttag, Anfahrt mit Fahrrädern, versteht sich von selbst. Ein Bummeltag, mit Uferpromenade und Kaffeebesuch. Aber was sage ich, bummeln, mein Frauchen testete gleich aus, ob ich auch auf fremdem Pflaster vertrauensvoll auf sie warte, wenn sie mich ablegt. Was ich natürlich, verliebt wie ich bin, gerne gemacht habe. Mein Herrchen und ich dackelten dann schnell weiter zur Havel. Hier gab es wieder viel zu schnuppern, ich hatte sogar eine kurze schüchterne Begegnung mit einem anderen Zwergdackel. Irgendwann wurde mein ganzes „Rudel“ fußlahm und wir wählten einen wunderbaren Ausruhplatz mit Havelblick.

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Tag 4

Mit jedem Tag wurde es etwas wärmer, weshalb ich beim Fahren auch nicht mehr meinen wärmenden Mantel brauchte. Wir waren also startklar, d.h. mein Herrchen und ich. Wahrscheinlich wollte mein Frauchen mich nur in Geduld üben. Irgendwann ging es aber los, über Straßen, durch Dörfer, Wege am Wasser entlang und durch den Wald – es war wunderbar, ich hatte so viel zu gucken und es lag immer ein anderer Duft in der Luft. Nun brauchte ich aber wieder Boden unter den Pfoten. Meine Menschen wissen, was mir gefällt und steuerten ein Ufer mit Fähranlegestelle, Wiese, Wasser, Matsch und Moos an. Das tat gut! Die nahenden Besucher verbellte ich auch gleich noch, dann war Ruhe. Zu späterer Zeit kehrten wir in ein Gartenlokal ein, wo ich es mir unter dem Tisch, neben einer Vogelvoliere gemütlich machte. Noch heute denke ich an den schönen Fasan… Neben Vögeln begegneten uns auch Schweine, leider trennte uns ein Elektrozaun. Beim Buddeln hätte ich bestimmt auch Spaß gehabt. Irgendwann überkam mich die Müdigkeit und ich war glücklich, dass
mein Herrchen mich sanft nach Hause fuhr.

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Tag 5

Beim Morgenspaziergang öffnete sich das Tor des Nachbargrundstückes und heraus trat die kräftig bellende Stimme, die ich jeden Tag hörte. Es war Herman, ein Zwergdackel, mehr muss ich nicht sagen. Oder? Unser Tag hatte mit des Rätsels Lösung begonnen und setzte sich mit einer Wanderung in den nahen herrlich duftenden Wald fort. Der Waldboden streichelte meine Pfoten, die Stöckchen ließen sich prima knacken und jede Wegbiegung weckte meine Neugier. Es ging mir so richtig gut!Mit der Zeit war ich ziemlich erschöpft. In den Pausen auszuruhen, gehört bisher nicht zu meinen Stärken. Auf den letzten Metern heftete ich mich an die Fersen meines Herrchens. Am Ende trug mich mein Frauchen nach Hause und setzte mich in mein Körbchen. Eigentlich hätte ich mich nur noch in die Decken sinken lassen brauchen, aber wo waren denn plötzlich alle. Ich schlich mich zur Treppe und ließ mein schönstes Fiepen hören, wie erwartet erschienen meine Menschen – na geht doch. Jetzt konnte ich zufrieden einschlafen.

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Tag 6

Zu früher Stunde legten mich meine Menschen, rücksichtnehmend auf meine Müdigkeit, in den Fahrradkorb und auf ging es zum Frühstück. Von meinem Standort aus konnte ich ein letztes Mal die Auffahrt bewachen, denn unsere Heimreise stand bevor. Später herrschte in unserem Zimmer ein reges Treiben, ich ließ mich nicht aus der Ruhe bringen und legte mich in die Sonne. Ab und zu schaute ich hoch, ob Frauchen auch meine warmen Decken nicht vergisst einzupacken und wenn es mir zu hektisch wurde, gab ich ein Murren zum Besten und einen Moment lang war es wieder still. Als meine Menschen nun alles beisammen hatten, wurden die Fahrräder bestückt und es sollte losgehen. Ich wollte aber eigentlich nochmal meine Beine vertreten, schließlich habe ich vier davon und die ganze Zeit rumgelegen. Als das erledigt war, fuhren wir bei schönstem Sonnenschein zum Bahnhof. Im Zug bekam ich wieder den besten Platz und schlief gleich ein. Ich kann nun aus Erfahrung sagen, wenn ein Hund für eine Fahrradreise geeignet ist, dann ein Zwergdackel, wie ich. Dazu braucht es natürlich auch solche Menschen, wie mein Frauchen und mein Herrchen.

Tagebuchnotizen und Fotos von Antje Peters
April 2022


Veröffentlicht in Dackelspaziergänge